Bottom Watering vs. Top Watering bei Usambaraveilchen: Was blüht mehr?

· von Nadia Cissé · 4 Min. Lesezeit

Bottom Watering vs. Top Watering bei Usambaraveilchen: Was blüht mehr?

Von unten oder von oben gießen: Was Usambaraveilchen wirklich mehr Blüten bringt

Wer schon mal ein Usambaraveilchen mit braunen Flecken auf den Blättern vor sich hatte, kennt das Problem: Ein einziger Wassertropfen auf dem falschen Blatt, und schon sieht die ganze Rosette ramponiert aus. Bottom Watering, also das Gießen von unten, führt bei diesen Pflanzen in der Regel zu mehr und gesünderen Blüten als das klassische Top Watering. Der Grund: Es verhindert Fäulnis am Wurzelhals, schont die Blätter und sorgt für eine gleichmäßigere Wasserverteilung an den feinen Wurzelhärchen. Trotzdem hat auch die Methode von oben ihre Daseinsberechtigung, je nach Topf, Substrat und wie oft man eigentlich gießt.

Warum die Gießmethode bei Usambaraveilchen so wichtig ist

Saintpaulia, wie Usambaraveilchen botanisch heißen (im Englischen auch African Violets genannt), reagieren auf zwei Dinge besonders empfindlich: Wasser auf den Blättern und Staunässe an den Wurzeln. Beides kann die Blütenbildung ausbremsen, Wurzelfäule auslösen oder diese hässlichen Blattflecken verursachen, die man nie mehr ganz loswird. Die Gießtechnik ist bei dieser Pflanze also kein Nebenaspekt, sondern einer der wichtigsten Pflegefaktoren überhaupt. Manche Sammler würden sogar sagen: der wichtigste.

Top Watering: Gießen von oben

Beim klassischen Top Watering gießt man Wasser direkt auf die Erdoberfläche, so wie es die meisten Zimmerpflanzen gewohnt sind.

Vorteile:

Nachteile:

Praxistipp: Wer von oben gießt, sollte eine Gießkanne mit schmaler Tülle benutzen und das Wasser seitlich am Topfrand entlanglaufen lassen, nie über das Blattwerk. Eine Kanne mit dickem Ausguss richtet hier mehr Schaden an, als man denkt.

Bottom Watering: Gießen von unten

Bei dieser Methode stellt man den Topf für 15 bis 30 Minuten in eine Schale mit Wasser. Die Erde saugt die Flüssigkeit dann ganz von selbst über die Drainagelöcher auf, ähnlich wie ein Schwamm.

Vorteile:

Nachteile:

Welche Methode fördert mehr Blüten?

In der Praxis, und das bestätigen viele erfahrene Sammler von Usambaraveilchen unabhängig voneinander, blühen Pflanzen, die konsequent von unten gegossen werden, häufiger und über längere Zeiträume. Der Grund liegt in der Wurzelgesundheit: Ein intaktes Wurzelsystem, das nicht ständig mit fauligen Stellen kämpft, nimmt Nährstoffe deutlich effizienter auf, und das kommt direkt der Blütenproduktion zugute. Hinzu kommt: Man vermeidet Stresssituationen durch Blattfäule, die der Pflanze Energie entzieht, Energie, die sonst in neue Blütenstiele fließen könnte.

Empfohlene Kombination für beste Ergebnisse

  1. Bottom Watering als Hauptmethode, etwa 1 bis 2 Mal pro Woche, je nachdem wie trocken das Substrat ist.
  2. Gelegentliches Top Watering alle 4 bis 6 Wochen, um Salzablagerungen auszuspülen. Dabei den Topf gründlich durchspülen und das überschüssige Wasser anschließend komplett abtropfen lassen.
  3. Immer lauwarmes, kalkarmes Wasser verwenden. Kaltes oder stark kalkhaltiges Leitungswasser kann Wurzeln und Blätter auf Dauer schädigen.
  4. Ein Topf mit Drainagelöchern und lockeres, durchlässiges Substrat (zum Beispiel spezielle African-Violet-Erde) wählen, nur so funktionieren beide Gießmethoden zuverlässig.

Weitere Faktoren für üppige Blüte

Neben der Gießmethode spielen noch ein paar andere Dinge eine Rolle, die man leicht übersieht:

Fazit

Für kräftige, langanhaltende Blüten bei Usambaraveilchen ist Bottom Watering die überlegene Methode, ganz einfach weil es Fäulnis vorbeugt und die Wurzeln gesund hält. Top Watering bleibt trotzdem sinnvoll, als gelegentliche Ergänzung, um angesammelte Düngesalze auszuspülen. Wer beide Techniken klug kombiniert, schafft die besten Voraussetzungen für starke Wurzeln und eine wirklich reiche Blütenpracht.

#Usambaraveilchen#Zimmerpflanzen#Gießtechniken#Pflanzenpflege#Blütenpflanzen